Kompromisse
Ich habe einen wirklich guten Artikel zum Thema Kompromisse gelesen und habe die Erkenntnis erlangt, dass der Mensch im Allgemeinen viel zu kompromissbereit ist. Das liegt vermutlich an unserer Erziehung, schon als kleines Kind lernt man, wenn man etwas will, es dann aber nicht bekommt, aus welchen Gründen auch immer, dann muss man sich damit zufrieden geben.
In unserem späteren Leben setzt sich das fort, wir verlangen 5% mehr Lohn von unserem Chef, wenn wir dann nur 2% bekommen, nehmen wir das als Kompromiss hin. Nun frage ich mich ganz ehrlich, ob die wirklich erfolgreichen Menschen auch so kompromissbereit sind und behaupte, dass sie das nicht sind. Wenn sie etwas wollen, dann bekommen sie das auch. Man nennt das immer hartnäckig, ich denke eher, dass man davon ausgehen kann, dass sie ein besseres Verhandlungsgeschick besitzen.
Genau darum geht es doch wenn man Kompromisse vermeiden will, man muss vernünftig verhandeln und seinen Gegenüber von seinem Standpunkt überzeugen. Zugegeben, dass klappt nicht immer, denn man hat selten eine 45’er zur Hand, deshalb sollte man bevor man in Verhandlungen tritt auch wirklich vorbereitet sein. Denkt euch einfach vorher in euren Verhandlungspartner, genau VerhandlungsPARTNER, tretet ihm auf gleicher Augenhöhe gegenüber. Fragt euch vorher schon mal welche Argumente ihr bringen wollt, wie diese entkräftet werden könntet, und welche Argumente euer Verhandlungspartner bringen könnte, damit ihr wiederum diese entkräften könnt.
Ich gebe zu, dass das ganze nicht einfach ist, denn selten haben wir wirklich Erfahrungen mit Verhandlungen, aber es ist schon mal ein Anfang, wenn wir verstehen, dass unser Verhandlungspartner nicht unser Feind ist. Er versucht genauso seine Interessen zu wahren, wie wir unsere, jetzt heißt es also, “Wer hat die stärkeren Nerven?” Gewerkschaften nimmt in Deutschland heute kaum noch jemand ernst, in den letzten Jahren haben sie zu oft viel gewollt und nur wenig bekommen. Sieh also zu, dass deine Forderungen immer realistisch bleiben, aber wenn du etwas forderst, dann sei hartnäckig, verhandle geschickt. Das beste ist von vornherein seinen Standpunkt so klar zu machen, dass der Gegenüber die Ernsthaftigkeit versteht und sich sicher ist, dass deine Forderung im Raum steht wie ein Fels in der Brandung.
Häufig ist davon auszugehen, dass unser Verhandlungspartner mehr Erfahrung im Bereich der Verhandlungen hat, aber nur weil er geübt ist, muss er nicht gegen dich gewinnen. Er kennt deine Strategie nicht, aber du einen Teil seiner, wenn du dich gut vorbereitet hast.
Wir sollten uns eines verinnerlichen “Lieber gescheiterte Verhandlungen, als nur ein fauler Kompromiss” warum das so ist? Bei einem Kompromiss hat entgegen dem Glauben, derjenige Gewonnen, der die Forderungen abgewehrt hat. Nehmen wir noch mal das Beispiel Gewerkschaften, die Arbeitgeber kennen die Forderung von 5% nun setzen sich dieser hinter den Kulissen zusammen und beratschlagen, am Ende kommen sie zu dem Ergebnis: 5% ist zu viel, 3,5% können sie verschmerzen, aber je weniger desto besser” Klar, die Gewerkschaften gehen meistens auch mit einer höheren Forderung ins Rennen als gewollt, weil sie auf den Kompromiss eingestellt sind. Also wozu das Tara? Geht gleich mit eurer 3% Forderung in die Gespräche aber dann seit stur.
Zugegeben, Gewerkschaften sind so eine Sache. Wem nutzen die durchgesetzten Gehaltsforderungen von etwa 2,5% denn wirklich? Dem der 1200€ verdient meistens nicht. Der bekommt 24€ mehr und muss damit rechnen seinen Job als erster zu verlieren, weil die Firma jetzt irgendwo sparen muss. Das erlebten wir ja zuletzt im öffentlichen Dienst. Die Gewerkschafter klopfen sich am Ende der Verhandlungsrunde auf die Schulter und freuen sich über den faulen Kompromiss den man erzielte und verspricht den Arbeitgeber schon mal, dass man sich in spätestens zwei Jahren wieder sehen wird um die restlichen 2,5% zu bekommen.
Künftig sollte also jeder der verhandeln will, zunächst einmal die Realitätsnähe seiner Forderung prüfen und dann bei seiner Forderung bleiben, aber nicht nach dem Motto “Ich fordere und bleibe bis ich habe!” sondern, mit guter Planung und dementsprechenden Argumenten.
In diesem Sinne
Euer Swen
Über das Wahlplakat der Linken bin ich gestern gestolpert. Und habe mir gedacht: “Dieser Satz kann auch nur vom aktuell größten Schwätzer kommen.” aber das Plakat brachte mich zum Nachdenken. Ich stellte mir nochmals die Frage, ob es eigentlich bei dieser Wahl mal wirkliche Alternativen gibt. Es gibt eine Antwort, aber dazu später mehr. Zunächst einmal werde ich mir die einzelnen Parteien vornehmen, und sie so beschreiben wie sie bei mir ankommen, die einzelnen Grundsatzprogramme lasse ich außen vor. Auch die Wahlversprechen interessieren mich nicht, denn ver- sprochen wurde uns schon sehr viel, doch gehalten nichts.
Das Wahlplakat spricht ja schon fast für sich, was zeigt es denn? Eine fertige Angela Merkel, offensichtlich von ihrer Verantwortung erschlagen. Sie wünscht sich ein besseres Leben, also die alleinige Regierungsverantwortung ohne die SPD als unbequemen Koalitionspartner. Aber was kann sie denn wirk- lich? Die Pläne sind groß, erst heute hat mich Alex auf einen Artikel aufmerksam gemacht, nach dem die CDU Zwangsarbeit bei ALG II Empfänger einführen will. In den letzten vier Jahren hat sich Angela Merkel vermutlich ihr “Vielflieger-Konto” aufgefüllt, so oft wie sie im Ausland war. Darüber hat sie leider das eigene Land ziemlich im Stich gelassen, die Abwrackprämie wird als Erfolg gefeiert, ich bezeichne sie als wirtschaftliche Katastrophe auf die nächsten Jahre gesehen. Soziale Kompetenz gleich NULL, auch ein Umweltgewissen kann man dieser Partei nur absprechen, denn wer lieber Atommeiler bauen lässt als regenerative Energien zu fördern, denkt wirklich nur bis morgen. Angela Merkel weitere vier Jahre an die Macht und Deutschland gute Nacht.
Für was genau steht die FDP eigentlich aktuell? Als größter Wahlhelfer der CDU? Ich habe den Eindruck, Westerwelle und seine Freunde würden alles tun um endlich mal wieder mitreden zu dürfen. Aus meiner Sicht wird aber die FDP nichts zu sagen haben, wenn sie mit der CDU koalieren. Guido Westerwelle wird natürlich immer wie ein Held gefeiert, wenn die Partei mal wieder Wahlsiege einfahren kann. Was plant er eigentlich dieses mal? Mit dem Fahrrad quer durch Deutschland? Politisch kann ich die FDP gar nicht mehr einschätzen, denn sie reden der CDU ja doch meist nach dem Mund.
Dem ein oder anderen ist bekannt, dass ich selbst Anhänger der SPD bin. Und grundsätzlich kann ich mich bestens mit den Grundsätzen der Partei identifizieren, aber in den letzten Monaten hat die Partei extrem an Profil verloren. Wir erin- nern uns alle noch an Gerhard Schröder “den Macher” er war der perfekte Genosse und auch wenn er immer wieder in der Partei an- eckte, als seine Zeit um war, war das Gejammer in der Partei groß. Was ist denn ohne Schröder noch von der Partei übrig? Eine in sich zerrissene Gruppierung, die gern mehr erreichen würde. Der Kanzlerkandidat Frank Walter Steinmeier, ist sehr charismatisch, manchmal fühlt man sich an Schröder erinnert, aber auch er bringt nicht die nötige Steinbeißermentalität mit. Und in der großen Koalition hat sich die SPD leider nicht von der CDU abheben können.
Ich sagte ja, es gibt eine Alternative. Klingt jetzt vielleicht komisch und soll auch nicht als Wahlwerbung verstanden werden. Aber die Grünen haben seit Ihrem Bestehen immer für ihre Ideale eingestanden, diese haben sich natürlich im Laufe der Zeit modernisiert, aber die Grundsätze sind klasse. Umwelt geht uns alle an, soziale Gerechtigkeit ist finanzierbar. Einst haben grüne Politiker fünf DM für einen Liter Benzin gefordert, ich kann mich noch bestens an den Aufschrei erinnern, heute zahlen wir beinahe fünf DM für einen Liter Benzin, weil wir müssen. Damals hätte diese Lösung sicher zu einer Reduzierung des Ölverbrauchs geführt, heute ist es zu spät, das Öl neigt sich dem Ende. Auch ohne Joschka Fischer haben es Die Grünen geschafft an ihrem politischen Profil fest zu halten. Bei Europawahl dieses Jahr waren Die Grünen die wahren Gewinner. Also für mich persönlich eine klasse Partei.





























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