Sicherlich haben wir uns schon alle mal gedacht, dass es doch klasse wäre, wenn der ein oder andere Star dahin gehen würde, wo der Pfeffer wächst. RTL hat eine bessere Lösung gefunden, einmal im Jahr werden zehn C-Promis und solche die mal welche waren oder sich dafür halten in den australischen Dschungel geschickt.
Hier zeigen sie uns vierzehn Tage lang, zu was Menschen bereit sind, wenn sie bereits alles verloren haben, aber unbedingt ins Rampenlicht wollen. Es ist davon auszugehen, dass sich RTL den Spaß nicht gerade wenig kosten lässt, aber würden Sie für eine Hand voll Dollar tatsächlich den Kopf in ein Becken voller Fischschleim halten, wenn Sie dann auch noch wüssten, dass sich die Moderatoren darüber lustig machen? Ich persönlich nicht, allerdings ist eines klar, die Zuschauer finden es lustig, und darauf kommt es an.
In der Bildzeitung habe ich kürzlich gelesen, dass die Kandidaten (Stars sind in meinen Augen nicht wirklich welche dabei, mit Ausnahmen natürlich) ihre Gage (oder sollte man es Schmerzensgeld nennen?) in vier Raten erhalten, die ersten beiden bekommen sie vor dem Camp, die beiden anderen danach, allerdings nur unter der Bedingung, dass der Kandidat das Camp nicht vorzeitig abbricht.
Das heißt also, wer den Schrei “Ich bin ein Star, holt mich hier raus” los lässt, um das Camp zu verlassen, der muss mit den ersten beiden Raten leben. Wer sich nicht benimmt fliegt raus, und muss dazu auch noch 10.000 Euro Konventionalstrafe zahlen.
Das könnte erklären, warum in der letzten Staffel Lisa Bund das Camp unter Tränen verließ. Nicht ganz klar ist mir, ob auch die raus gewählten auf die beiden letzten Raten verzichten müssen. Was wiederum erklären würde, warum sich die Stars bemühen bis zum Schluss durch zu halten.
Leider bekommen wir Zuschauer nur ausgewähltes Material zu Gesicht, so konnten wir nicht sehen, dass z.B. Peter Bond beim Dschungel-Picknick geschlagene 20 Minuten genüsslich auf einem Fischauge herum kaute, nachdem er Sonja Zietlow Angriff, weil sie sich am Tag zuvor über ihn lustig machte, bei ihm wurden Kandidaten immer mit Respekt behandelt. Es ist aber doch etwas anderes, ob man nun an einem Glücksrad dreht, oder mit einem Federn übersäten Gesicht im Dschungel steht.
Die Vorstellungen mancher Stars sind allerdings auch zu komisch, so dachte z.B. Peter Bond, dass es keine giftigen Tiere im Camp und Umgebung geben kann, ich denke, dass man sich natürlich die größte Mühe gibt diese Tiere vom Camp fern zu halten, ein vergifteter Star wäre schlecht fürs Image, darum muss ja auch das Feuer Tag und Nacht brennen, es dürfte aber wohl eine Wunschvorstellung sein, dass sich z.B. eine Funnel Web Spinne diktieren lässt wo sie sich aufzuhalten hat.
Wer ist denn dieses mal eigentlich dabei?
Peter Bond: Eventuell kennt ihn noch jemand vom Glücksrad, vor dem Camp beantragte er Hartz IV, macht aber einen auf dicke Hose, und tut so als würde es bei ihm täglich Austern geben. Vermutlich zahlt er monatlich das meiste Geld für Haar Gel.
Günther Kaufmann: Bekannt durch diverse Film- und Serienrollen, war fünf Jahre unschuldig im Gefängnis, da er seine damaligen Frau schützte und den Mord an seinem Steuerberater und Freund auf sich nahm. Somit dürfte er auch zu denen gehören, die die wenigsten Probleme mit den Zuständen im Camp haben.
Norbert Schramm: Kennt sicher jeder der sich mit Eislaufen auskennt, denn er war unter anderem dreimal deutscher Meister. Im Camp wirkte er allerdings recht einschläfernd, bei seiner einzigen Dschungelprüfung machte er den Eindruck als hätte er gar nicht mitbekommen, was gerade passiert.
Nico Schwanz: Wurde 2003 zum Mr. Model of the World gekürt, im normalen Leben hat er einen eigenen Friseursalon und versucht sich in Sachen Musik. Natürlich gibt sein “Hinter Name” immer wieder Anlass zu fiesen Kalauern, die hat er allerdings auch selbst ganz gut drauf.
Michael Meziani: Ein Soap Darsteller, die Mädels werden ihn also sicher kennen, allerdings machte er sich im Camp so rar, dass man ihn als erstes heraus gewählt hat.
Lorielle London (Lorenzo): Die Supertranse, wurde bekannt durch DSDS und verdient sich jetzt scheinbar ein Taschengeld, durch diverse Auftritte bei Pro7 in denen u.a. über ihre Baustelle Körper berichtet wurde. Im Camp überzeugte er/sie/es allerdings schon bei der ersten Prüfung in der es darum ging eklige Dinge zu trinken.
Christina “Mausi” Lugner: Bekannt durch die Ehe mit Richard Lugner, dem Österreicher Bauunternehmer.
Ingrid van Bergen: Sie ist mit ihren 77 Jahren die älteste Person aller Zeiten im Camp, allein dafür gebührt ihr Respekt. Bekannt? Nicht wirklich, sie synchronisierte Filme und spielte 1959 in “Rosen für den Staatsanwalt” Auch dass sie 1977 unter Alkoholeinfluss ihren damaligen Lebensgefährten erschoss dürfte wohl nicht vielen bekannt gewesen sein, wenn es die Medien nicht wieder ausgegraben hätten.
Gundis Zambo: Sie moderierte u.a. Bim Bam Bino. Im Camp wirkt sie teilweise wie die gute Seele im Altenheim, wenn sie nach den Dschungelprüfungen den Geprüften wäscht.
Giulia Siegel: Bekannt? Na ja, sie ist die Tochter von Ralph Siegel, moderiert hier und da mal etwas und verdient sich als DJane etwas zu Papas Taschengeld. Für mich zeigt sie sich im Camp immer wieder als Schlange, denn sie stiftet immer wieder Unruhe.
Warten wir ab, wer von diesen Kandidaten den nutzlosen Titel Dschungel-König/Dschungel-Königin tragen darf.
Solange die Einschaltquoten stimmen und sich Möchtegern Promis finden lassen, wird man uns wohl weiterhin einmal im Jahr mit dem Dschungelcamp unterhalten, und wir werden weiterhin Spaß daran haben, die Kandidaten leiden zu sehen.
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