Eindrücke als Besucher…
Es ist ja immer ein unerfreulicher Anlass, wenn man einen Angehörigen im Krankenhaus besucht. Noch schlimmer ist es, wenn man bei der Einlieferung dabei ist. Val ist in der Nacht von Montag auf Dienstag auf eigenen Wunsch im Krankenhaus gelandet, wobei “auf eigenen Wunsch” natürlich nicht ganz richtig ist. Die Schmerzen ließen ihr gar keine andere Wahl.
Und dann kommt man im Krankenhaus an und wartet erst mal vor dem Behandlungszimmer, und wartet… und wartet. Die Ärzte und Schwestern ignorieren einen voll und ganz. Irgendwie kommt man sich über- flüssig vor, und man kann sich mit seinen Gedanken beschäftigen wieso und weshalb man Krankenhäuser eigentlich gar nicht mag. Und dann irgendwann wurde ich rein gerufen, ich glaube eine Stunde hat es gedauert.
“Und was sagen die Ärzte?” war so ziemlich meine erste Frage, nicht dass ich jetzt einen ausführlichen medizinischen Bericht erwartet hätte. Aber dieses “Nichts” verwunderte mich wirklich. Die Halbgötter in weiß haben es also heute nicht einmal mehr nötig mit den Patienten zu reden. Na ja, was kommt so ein blöder Patient auch ausgerechnet Nachts ins Krankenhaus? Aber ich bin ja nicht auf den Kopf gefallen, also schnell mal einen Blick auf den Bericht geworfen, zweimal musste ich ihn schon lesen bis ich die Handschrift zu 95% entziffert hatte. Er las sich interessant und irgendwie hätte die Ärztin Val schon mal sagen sollen was sie denkt. Tat sie aber erst mal nicht.
Ich persönlich hasse es wenn man behandelt oder wenigstens untersucht wird einem aber nicht mal gesagt wird, was man da tut. Ich meine so ein Arzt holt sich auch nicht einen Elektriker, erklärt dem, dass die Glühbirne im Wohnzimmer nicht mehr angeht und schaut dann zu wie der Löcher in die Wand klopft in der Hoffnung, dass das etwas mit der Glühbirne zu tun hat. Nein, er würde auch verlangen, dass ihm der Elektriker genau erklärt wieso er das tut. Aber Ärzte halten die Patienten alle für doof und erklären nichts, man könnte es ja missverstehen. Tja nun stand ich da am Krankenhausbett und wartete auf die Ärztin, aber die war weg und wurd erst mal nicht mehr gesehen.
Aber ein Pfleger tauchte auf, Pfleger das sind diese männlichen Krankenschwestern, aus meiner Sicht fast alles Leute die gerne Arzt geworden wären, aber nicht gut genug in Latein waren. Der Pfleger tat erst mal ganz wichtig. Ohne den Bericht auch nur eines Blickes zu würdigen, gab er schlaue Kommentare von sich. Keine Ahnung wie sein Name war, ich nannte ihn für mich Schwester Helmut. Ich stand da noch eine ganze Weile, übrigens, weil ich es hasse in Krankenhäusern zu sitzen, dazu fehlt mir immer die Ruhe, jedenfalls stand ich da und Schwester Helmut sah mich immer so komisch an. Irgendwann stellte er dann die lustigste Frage des Tages: “Auf was warten Sie eigentlich genau?” Öhm ja, auf schönes Wetter und ´nen Pott Kaffee… hab ich natürlich nicht gesagt, sondern gedacht, aber die Frage war doch wirklich so dumm, dass diese Antwort passend gewesen wäre. Stattdessen gab ich ein an genervtes: “ Auf weitere Informationen.. wie wärs denn damit?” Der Kerl bedient sich doch heimlich am Medikamen- tenschrank.
Aber die nächsten Infos gab es tatsächlich erst Stunden später am Telefon, denn Schwester Helmut komplimentierte mich charmant vor die Türe. Später stellte sich dann heraus, dass er sich mit seiner charmanten Art auch bei anderen Patienten unbeliebt machte.
Was ich auch nicht nachvollziehen kann, wieso pumpt man Schmerz- mittel in die Patienten, wenn man nicht mal weiß was sie haben? Und wieso wird eigentlich ein Schwangerschaftstest vor einem MRT nicht aber vor der Vergabe von starken Schmerzmitteln gemacht? Und, benötigen Ärzte auch eine Schwester mit Tupfer, wenn sie eine Glüh- birne wechseln?
Also ich kann meine Krankenhausphobie nicht loswerden, wenn ich sogar als Besucher behandelt werde, als wäre ich krank.
Gruß
Swen































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